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Tausende Kinder bevölkern den Domhof

Im Jahre 2057 ereignet sich an einem spätsommerlichen Nachmittag auf der Veranda eines am Dorfrand gelegenen Hauses folgendes Gespräch:

Enkel: Opa, erzähl mir eine Geschichte von früher!

Opa:    Ich kann dir viele Geschichten von früher erzählen. Was für eine möchtest du hören?

Enkel:   Eine die spannend und lustig ist. Eine Geschichte, in der ganz viel passiert!

Opa:    Lass mich kurz überlegen, ja, ich glaube, ich habe da eine schöne Geschichte für dich.

Enkel:   Oh ja, erzähl!

Opa:    Es ist schon über fünfzig Jahre her, es muss kurz nach meiner Erstkommunion gewesen sein. Wir sind mit den Kindern unserer Gemeinde nach Hildesheim gefahren. Dort hatte das Kolpingwerk ein großes Kinderfest auf die Beine gestellt.

Opa beginnt in Gedanken zu schwelgen...

Enkel:   Erzähl weiter!

Opa:    Wir sind schon früh am morgen mit dem Bus losgefahren. Wir waren so circa 40 Kinder und 10 Betreuer im Bus. Der Busfahrer hatte eine Kassette mit Liedern von Volker Rosin angemacht. Kennst du Volker Rosin?

Enkel:   Nein, wer ist das?

Opa:    Na ja, er ist schon ein paar Jahre tot, aber er hat früher viele Lieder für Kinder gesungen. Wir haben uns auf den Tag eingestimmt, denn Volker Rosin ist dort aufgetreten und hat für uns gesungen. Man war da eine Stimmung. Alle konnten seine Lieder auswendig und haben gesungen und geklatscht.

Enkel:   Was ist noch passiert?

Opa:    Deine Oma liest dir doch ab und zu ein Märchen vor.

Enkel:   Ja, aber ich find die eher etwas langweilig.

Opa:    An diesem Tag war ein Mann da, der hatte sich mittelalterlich verkleidet und hat die Märchen erzählt. Ein erzähltes Märchen ist spannender als ein vorgelesenes.

Enkel:   Mag sein, erzähl weiter. Was gab es noch?

Opa:    In einer Art Tunnel wurden Dinge aus verschiedenen Jahrzehnten dargestellt und angeboten. Das ist teilweise schon über 150 Jahre her. Ein Schmied hat gezeigt, wie geschmiedet wird und man konnte es sogar ausprobieren. Ich weiß noch ganz genau, dass ich mich vorgedrängelt habe, um ganz vorne zu stehen. Ein Hirte hat eine kleine Schafherde dabei gehabt.

Enkel:   Echte Schafe? Und die standen da einfach so rum?

Opa:    Er hat an diesen Schafen gezeigt, wie sie geschoren werden.

Enkel:   Wow!

Opa:    Dann gab es eine Kletterwand, ein Spielmobil und einen Riesenkicker. Da haben wir uns ganz schön ausgetobt. Das tolle war, dass es kostenlos überall Saft gab.

Enkel:   Den ganzen Tag? Das sollte es mal bei uns geben.

Opa:    Am späten Nachmittag, es war so kurz vor dem Gottesdienst, ist der Himmel plötzlich ganz schwarz geworden und der Wind wurde immer stärker. Deine Oma wird bei so was ja immer ganz unruhig und muss sofort die Wäsche reinholen.

Enkel:   Und was habt ihr damals gemacht?

Opa:    Nichts. Wir hatten so eine gute Laune, dass und das gar nicht gestört hat.

Enkel:   Hat es denn nicht geregnet?

Opa:    Nein, der Himmel hatte ein Einsehen mit den ganzen Kindern.

Enkel:   Wie viele Kinder seid ihr denn gewesen?

Opa:    Über 2000 Kinder und fast die gleiche Menge an Erwachsenen.

Enkel:   Boah, das ist ja größer gewesen, als das Schützenfest, wo Mama und Papa waren.

Opa:    Ja, da kannst du mal sehen, dass die Kirche eben manchmal doch effektiver ist, als irgendwelche Dorfvereine.

Enkel:   Habt ihr auch gebetet?

Opa:    Zum Abschluss gab es einen großen Kindergottesdienst und die Fürbitten haben wir mit Luftballons zum Himmel aufsteigen lassen. Das sah total klasse aus. Hunderte Luftballons sind in den Himmel gestiegen.

Enkel:   Und danach?

Opa:    Danach war leider nichts mehr. Der Tag war zu Ende und wir sind wieder nach Hause gefahren.

Enkel:   Warst du irgendwann mal wieder auf so einem Fest?

Opa:    Diese Geschichte erzähle ich dir ein anderes mal.

 

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